Zecken

Steckbrief: Zecke (Ixodida)

Stamm: Gliederfüßer
Klasse: Spinnentiere
Unterklasse: Milben
Lebensraum: Wälder, Wiesen, Gärten
Besondere Merkmale: blutsaugender Parasit; aktiv ab 7 °C
Natürliche Feinde: Fadenwürmer, bestimmte Vogelarten, parasitische Wespen

Zecken gehören zur Klasse der Spinnentiere. Sie sind Parasiten, die zum Überleben das Blut eines anderen Lebewesens brauchen. Dafür heften sie sich vorübergehend auf der Körperoberfläche eines Wirts an, stechen zu und saugen sein Blut.

Von den weltweit etwa 900 Zeckenarten gehören die meisten entweder zur Familie der Schildzecken oder zur Familie der Lederzecken. Sprechen wir von Zecken, so ist üblicherweise der Gemeine Holzbock aus der Familie der Schildzecken gemeint. Er ist in Deutschland die häufigste Zeckenart. Außerdem nutzt er neben Wild- und Haustieren auch uns Menschen gerne als Wirt.

Lebensraum

Zecken bevorzugen ein feuchtes und warmes Umfeld. In den Wintermonaten sind sie in einer Art Schockstarre, aus der sie erst mit Beginn der wärmeren Jahreszeit erwachen. Denn um aktiv zu werden, brauchen sie Temperaturen über 7 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Der Gemeine Holzbock fühlt sich nahezu an allen schattigen Plätzen im Grünen wohl und findet ideale Bedingungen an Waldesrändern, Lichtungen, Uferzonen von Bachläufen und Seen, in Wiesen und Sträuchern von Parkanlagen und sogar Gärten.

FSME

Der Klimawandel und die eher milden Winter führen zu einer weiteren Verbreitung der Zecken in Europa. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass in Deutschland die Zecken quasi ganzjährig aktiv sind.

 

Lebensweise als Parasit

Blutsauger: Die Zecke zapft relativ viel Blut von ihrem Wirt. Bei einer einzigen Mahlzeit kann sie ihr Körpergewicht um das 100- bis 200-Fache erhöhen.

Um an das Blut anderer Lebewesen zu kommen und damit das eigene Überleben zu sichern, lauern Zecken auf Pflanzen und Büschen in bis zu anderthalb Meter Höhe, meistens jedoch in Bodennähe. Kommt ein möglicher Wirt vorbei, können die Zecken Erschütterung, Temperaturänderungen, chemische Reize oder Berührung des potenziellen Wirts mit Hilfe eines speziellen Organs wahrnehmen. Bei Kontakt mit dem Wirt lassen sie sich abstreifen und krabbeln auf ihrem Opfer herum, bis sie eine geeignete Stelle zum Zustechen und Blutsaugen gefunden haben. Auch hier bevorzugen sie Orte, wo es ein wenig feucht und warm ist, z. B. an den Kniekehlen, den Achseln und im Leistenbereich. Nach dem Blutsaugen lassen sich die Zecken einfach wieder fallen und suchen den Erdboden auf, wo sie die nächste Entwicklungsstufe erreichen oder überwintern.

Entwicklungsstadien

Zecken durchlaufen drei Entwicklungsstadien: Larve, Nymphe und adulte Zecke. In jedem Stadium braucht die Zecke einen Wirt, dessen Blut sie saugt. Weibliche Zecken benötigen eine finale Blutmahlzeit, um Eier legen zu können.

Zecken als Krankheitsüberträger

Der Stich der Zecke ist für uns Menschen schmerzlos. Auch das bisschen Blut, das uns die Zecke abzapft, können wir gut entbehren. Die Zecke kann gefährlich werden, da sie Träger verschiedenster Krankheitserreger sein kann. Durch ihren Stich gelangen diese Erreger dann in unser Blut und können schwere Erkrankungen auslösen. Die bedeutendsten durch Zeckenstiche übertragenen Krankheitserreger sind Lyme-Borreliose-Bakterien und FSME-Viren.

Lyme-Borreliose

Nach dem Zeckenstich kann es zwischen 5 und 30 Tage dauern, bis sich Krankheitszeichen der Borreliose zeigen. Der lange Zeitraum erschwert oftmals die Diagnose.

Auslöser der Lyme-Borreliose ist ein Bakterium mit Namen Borrelia burgdorferi. Im Gegensatz zum FSME-Virus, das regional auftritt (Siehe Verbreitungsgebiete), sind Borrelien in unserer Klimazone flächendeckend verbreitet. Die Bakterien sitzen im Darm der Zecke und werden meist erst nach ca. 12–24 Stunden übertragen. Aus diesem Grund ist es wichtig, Zecken, die sich festgesaugt haben, schnell zu entfernen. Das vermindert das Risiko einer Borrelieninfektion erheblich.

Die Infektion kann sich im ganzen Körper ausbreiten. Am häufigsten sind Haut, Nervensystem und Gelenke betroffen. Typisches Symptom im Anfangsstadium der Erkrankung ist eine Hautrötung, meist um den Stich, die sogenannte Wanderröte. Weitere frühe Krankheitszeichen sind grippeähnliche Beschwerden, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Zur Behandlung stehen verschiedene Antibiotika zur Verfügung, die abhängig vom Krankheitsstadium eingesetzt werden. Besonders wenn man eine Borreliose früh genug entdeckt, heilt diese, nach einer konsequenten und mehrwöchigen Antibiotikatherapie, häufig vollständig und folgenlos aus.

Frühsommer-Meningoenzephalitis

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz: FSME, ist eine Virusinfektion. Die Viren befinden sich im Speichel der Zecke und können direkt beim Stich übertragen werden. Daher schützt auch ein schnelles Entfernen nicht unbedingt vor einer Infektion.

Das FSME-Virus kann die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen und dort zu Entzündungen führen. Enzephalitis ist die medizinische Bezeichnung für Entzündung des Gehirns, von Meningoenzephalitis spricht man, wenn auch die Gehirnhäute betroffen sind. Etwas irreführend ist die Ergänzung Frühsommer, da Zecken bei entsprechenden Temperaturen zu jeder Jahreszeit aktiv sein können und somit die Erkrankung ganzjährig auftreten kann.

Problematisch ist der Ausbruch einer FSME, weil es bislang keine ursächliche Behandlung gibt, sondern nur die Symptome gelindert werden können, und die Gefahr anhaltender gesundheitlicher Beeinträchtigungen besteht.

So können Sie Zecken sicher entfernen

Wenn Sie bei Ihrem Aufenthalt im Freien einen typischen Lebensraum der Zecken gestreift haben, suchen Sie anschließend Ihren Körper ab. Im Falle eines Zeckenfundes:

  • Entfernen Sie die Zecke möglichst rasch mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument.
  • Fassen Sie die Zecke im Kopfbereich so nah wie möglich an der Haut.
  • Ziehen Sie die Zecke vorsichtig unter leichter Drehbewegung und mit gleichmäßigem Zug gerade heraus.
  • Achten Sie darauf, dass die Zecke nicht gequetscht wird. Hierdurch könnte infizierter Speichel oder Darminhalt vermehrt oder schneller übertragen werden.
  • Bedecken Sie die Zecke keinesfalls mit Öl, Klebstoff oder Nagellack. Auch dies erhöht das Risiko einer vermehrten oder beschleunigten Übertragung von Krankheitserregern.
  • Desinfizieren Sie die Wunde sorgfältig.
  • Sollten Reste der Zecke in der Haut zurückbleiben, ist dies kein Grund zur Sorge. Dabei handelt es sich um einen Teil des Stechapparates, der meist vom Körper nach einiger Zeit abgestoßen wird.
  • Suchen Sie auf jeden Fall einen Arzt auf, wenn nach einem Zeckenbiss Krankheitszeichen wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auftreten. Charakteristisch für eine Borrelieninfektion ist in 90 Prozent der Fälle zudem eine sich ringförmig ausbreitende Rötung, die an der Einstichstelle, aber auch an anderen Körperstellen auftreten kann.

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