FSME-Impfung bis Ende September sinnvoll

Zecken sind noch bis in den späten Herbst aktiv

Bonn, 18.09.15  Zecken sind nicht nur im Sommer aktiv. Solange die Temperaturen nicht unter sieben Grad fallen, können die kleinen Spinnentierchen stechen und Krankheiten übertragen. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine durch einen Zeckenstich übertragene Hirnhauterkrankung, tritt daher keineswegs nur im Frühsommer auf, sondern während der gesamten Zeckensaison von Frühjahr bis Spätherbst.

Menschen, die in einem FSME-Risikogebiet1 leben oder im Herbst einen Aufenthalt dort planen, sollten jetzt noch an einen Impfschutz denken und gegebenenfalls eine Schnellimpfung in Anspruch nehmen: Sie erfolgt mittels zwei bis drei Impfungen in einem Zeitraum von 14 beziehungsweise 21 Tagen. Um die Grundimmunisierung abzuschließen, ist darüber hinaus je nach Impfstoff eine dritte Impfung nach 5 bis 12 Monaten beziehungsweise eine vierte nach 9 bis 12 Monaten notwendig. Wer für diese Saison keinen Schutz benötigt, für das nächste Jahr aber vorsorgen möchte, sollte die Wintermonate für die Grundimmunisierung nutzen. Auffrischimpfungen sollten nach 3 beziehungsweise 5 Jahren erfolgen.

Wie das Impfschema im Einzelnen aussieht, welche Nebenwirkungen auftreten können und wer die Kosten übernimmt, beschreibt die Broschüre „Zeckenstiche – Impfung schützt vor Frühsommer-Meningoenzephalitis“2. Dort wird außerdem erklärt, in welchen Stadien die FSME verläuft und was sie so gefährlich macht. Ferner gibt es praktische Tipps, wie man sich vor Zecken schützen kann und was beim Entfernen zu beachten ist. Die Broschüre kann kostenfrei im Internet oder auf dem Postweg bestellt werden. Bestelladresse: BGV e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.bgv-zeckenschutz.de. Auf der Internetseite steht zudem eine interaktive Karte zur Verfügung, mit der sich das FSME-Risiko der Städte und Landkreise in Deutschland ermitteln lässt.

1Risikogebiete sind in erster Linie die südlichen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern. Betroffen sind darüber hinaus einzelne Landkreise von Rheinland-Pfalz, Hessen, Sachsen und Thüringen. Vereinzelte Infektionen sind auch aus den nördlichen Regionen Deutschlands bekannt.

2Die Broschüre wurde mit Unterstützung der Pfizer Deutschland GmbH realisiert.

 

Hintergrund

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist zwar nicht die häufigste von Zecken übertragene Erkrankung. Doch sie ist besonders gefährlich, denn das FSME-Virus kann nicht mit Medikamenten bekämpft werden. Bei 20 bis 40 Prozent der Infizierten greift das Virus auf das zentrale Nervensystem über. Besonders schwer verläuft die Erkrankung, wenn Gehirn oder Rückenmark entzündet sind. Man geht davon aus, dass zwanzig bis fünfzig Prozent dieser ernsthaft Erkrankten bleibende Schäden zurückbehalten, wie zum Beispiel ständige Kopfschmerzen, Gedächtnisprobleme, Lähmungen oder neuropsychologische Störungen.